Küstenschutz mit Ökologie verknüpfen

(Quelle: dpa) Küstenschutz mit Ökologie verknüpfen

Neuharlingersiel (dpa/lni) - Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) hat sich bei dem Besuch eines Forschungsprojektes in Neuharlingersiel (Kreis Wittmund) dafür ausgesprochen, Küstenschutz stärker mit Ökologie zu verbinden.
«Wir haben immer noch offene Fragen, wie man die Küsten am besten schützen kann», sagte Thümler am Donnerstag. Die üblichen Instrumente wie Deicherhöhungen würden aber bei künftig dauerhaft höheren Wasserständen nicht mehr ausreichen. In dem Forschungsverbund «Gute Küste» gehe es darum, zu schauen, was zusätzlich noch getan werden könne.
«Wir versuchen in diesem Projekt Ökologie, Ökonomie und Sicherheit noch besser miteinander zu verknüpfen und das Bewusstsein zu stärken, dass Küstenschutz Menschenschutz ist - dass umgekehrt Küstenbewuchs auch ein ökologischer Faktor sein kann.» So soll etwa untersucht werden, wie die Salzwiesengewinnung vor den Deichen Strömungen beeinflussen oder die Entwicklung neuer Grassaaten zur Deichfestigkeit beitragen kann.
Anlass des Besuchs war eine Messkampagne, bei der Wissenschaftler des Forschungsverbundes Strömungsverhältnisse im Wattenmeer untersuchten. Thümler setzte zusammen mit den Forschern von einem Boot vier Driftkörper in der Otzumer Balje, dem Seegatt zwischen Spiekeroog und Langeoog aus. Sie können per GPS geortet werden und sollen der Forschung Grundlagendaten zu Seegang, Tideströmungen und dem Transport von Sedimenten bringen. Anschließend informierte sich der Minister über weitere Teilforschungen auf Spiekeroog.
An dem Verbundprojekt «Gute Küste» sind mehrere Institute der Universitäten Oldenburg und Hannover sowie der Technischen Universität Braunschweig beteiligt. Dabei arbeiten unter anderem Meeresforscher, Ingenieure und Sozialwissenschaftler zusammen und untersuchen mehrere Gebiete an der niedersächsischen Küste als sogenannte Reallabore. Bei ihrer Forschung binden die Wissenschaftler auch örtliche Behörden, Verbände und Bürgerinnen und Bürger ein. Der Verbund wird mit insgesamt fünf Millionen Euro von der Volkswagenstiftung finanziert.
© dpa-infocom, dpa:210722-99-482187/3
Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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