Rund 80 Immobilien von Rechtsextremen genutzt

(Quelle: dpa) Rund 80 Immobilien von Rechtsextremen genutzt

Dresden (dpa/sn) - Rechtsextreme nutzen nach Einschätzung des Kulturbüros Sachsen zahlreiche Objekte und Liegenschaften im Freistaat für ihre politischen Ziele.
Das geht aus dem am Freitag in Dresden vorgestellten Bericht «Sachsen rechts unten 2021» hervor. Die Immobilien würden von der organisierten Rechten genutzt, um Ideologien zu verbreiten, erklärte Kulturbüro-Geschäftsführerin Grit Hanneforth. Sie sprach von einem flächendeckenden Problem in Sachsen, es gebe keinen Landkreis ohne eine solche Immobilie, hieß es.
Für die Zeit zwischen 2018 und 2020 listet das Kulturbüro insgesamt 81 Orte in Sachsen auf, die von der rechten Szene genutzt worden sind - darunter das Haus einer Studentenverbindung in Dresden oder zwei Häuser in Plauen als Anlaufpunkte der rechtsextremen Kleinpartei III. Weg. «Wir gehen aber davon aus, dass es deutlich mehr Orte gibt, zu denen die rechte Szene Zugangsmöglichkeiten hat», so Hanneforth.
Der Erwerb von Immobilien in der rechten Szene ist in Sachsen seit Jahren Thema. Laut Landesamt für Verfassungsschutz hatte die rechtsextreme Szene im Jahr 2019 Zugriff auf insgesamt 27 Immobilien. Im vergangenen Jahr sorgten die Pläne des als rechtsextremistisch eingestuften Rappers Chris Ares für Aufsehen, der in Ostsachsen ein Zentrum für Kampfsport errichten wollte. Vor Ort regte sich von zahlreichen Seiten Widerstand.
Laut Kulturbüro werden die rund 80 gelisteten Orte unter anderem als Gewerbeflächen genutzt, in denen etwa rechte Szenekleidung oder Musik verkauft wird. Weiterhin zählt der Bericht Begegnungszentren auf, etwa in Chemnitz, Plauen oder Pirna sowie Veranstaltungsorte für Konzerte, Vorträge sowie Kampfsportevents. Nach Einschätzung der an dem Bericht beteiligten Amadeu-Antonio-Stiftung verfügt die rechte Szene in Sachsen im bundesweiten Vergleich über besonders viele Objekte - damit über eine entsprechende Infrastruktur.
Die aktuelle Publikation ist die mittlerweile siebte Ausgabe von «Sachsen rechts unten». Dafür analysiert das Kulturbüro jedes Jahr die rechte Szene in Sachsen unter verschiedenen Blickwinkeln.
© dpa-infocom, dpa:210507-99-505414/2
Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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