Werner: Thüringen wird Sperrstunden-Regelung übernehmen

Erfurt/Gera (dpa/th) - Auch in Thüringen müssen sich Gastronomen und Nachteulen auf eine mögliche Sperrstunde bei einer heftigeren Entwicklung der Corona-Infektionen einstellen. «Ein paar wenige Dinge werden wir jetzt noch aufnehmen müssen, beispielsweise die Sperrstunde ab 23.00 Uhr, wenn die Infektionszahlen noch weiter steigen», sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) in einem am Samstag von ihrem Ministerium veröffentlichten Video. Zuvor hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder und die Kanzlerin am Mittwoch auf strengere Maßnahmen verständigt. Darin hieß es auch, dass es ab einem Wert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen eine entsprechende Sperrstunde geben soll. Anders als etwa in Bayern gibt es in Thüringen bislang keine solche Regelung. Fraglich ist allerdings inzwischen, ob eine Sperrstunde grundsätzlich rechtlich standhält. In Berlin hat das Verwaltungsgericht die dortige Regelung am Freitag gekippt. Es argumentierte, eine Sperrstunde sei für eine nennenswerte Corona-Bekämpfung nicht erforderlich. Am Freitag hatte derweil Gera angesichts steigender Fallzahlen eine neue Corona-Verfügung angekündigt. Diese trete ab Montag in Kraft und sehe unter anderem verschärfte Verpflichtungen zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen und Einschränkungen für private Treffen vor. Am für das Wochenende geplanten Herbstvolksfest hält die Stadt bislang aber fest. Es gebe ein umfangreiches Hygieneschutzkonzept, erklärte Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos). Werden allerdings die Hygieneregeln nicht eingehalten, werde der Rummel geschlossen. In der etwa 93 100 Einwohner zählenden Stadt war die Gesamtzahl aktiver bekannter Corona-Infektionen auf 50 gestiegen. Damit lag der Wert je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen bei 38,7 - als kritisch gilt der Grenzwert ab 35. Dann müssen besondere Anti-Corona-Maßnahme ergriffen werden. Neben Gera gelten zur Zeit vor allem der Landkreis Sömmerda und das Eichsfeld als Brennpunkte der Pandemie in Thüringen.

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